Gespräch am Laufen halten

Ein Gespräch am Laufen halten – Techniken gegen peinliche Stille

Wie kann ich ein Gespräch am Laufen halten? Es gibt Situationen im Leben, in denen du keinen blassen Schimmer hast, was du sagen sollst. Das Ganze wird noch schlimmer, wenn es richtig still wird. Vielleicht sogar im ganzen Raum. Das kann ziemlich peinlich sein. Und brutal ausbremsen. Denn vielleicht braucht es nur ein paar erste Sätze, um richtig ins Quatschen zu kommen. Dann könnte es das beste Gespräch deines Lebens werden. Dir eine neue Freundin oder einen neuen Freund bringen? Oder sogar einen Job? Mit diesen drei Tipps lässt sich peinliche Stille überbrücken.

Stell dir vor, du bist mit jemandem zum ersten Mal unterwegs, du lernst sie oder ihn gerade kennen. Dann setzt ihr euch zusammen an einen Tisch und ihr fangt an zu reden. Ihr seid geradem beim Essen, es läuft gut, ihr redetet und redet. Doch auf einmal wird es still… Gefühlt viel zu still. Du fragst dich innerlich: Was soll ich sagen? Du wirst langsam unruhig…

Es rattert laut in deinem Kopf. Und das macht es noch schlimmer!

Denn jetzt redest du erst recht nicht mehr. Und so wird die Stille noch in die Länge gezogen, man merkt gar nicht, dass man in Gedanken versunken ist. Und was passiert? Wir sagen irgendetwas Idiotisches, stellen zum Beispiel eine Frage, die wir vorher schon gestellt haben, wie: „Na, schmeckt dir das Essen?“, obwohl wir die Antwort gerade erst gehört haben. Danke, super Gespräch. Das ist ein großes Problem. Dann sind wir nicht mehr im Moment und können nicht mehr vernünftig kommunizieren.

Ein Gespräch am Laufen halten ist wie Surfen – ganz oder gar nicht

Gute Gespräche zu führen ist wie Surfen. Du kannst nicht surfen? Kein Ding. Stell dir nur mal vor, dass du vorm Meer stehst. Es sieht kalt aus, du hast ein Surfbrett dabei. Und du willst endlich surfen. Doch du weißt nicht, wie es geht. Und weil du denkst, dass das Wasser so kalt ist, willst du alles durchplanen: „Ich muss einen unglaublichen Plan entwickeln, um richtig über das kalte Wasser zu kommen und nicht sofort runterzufallen. Damit der Typ dort drüben oder die Lady auf der andere Seite nicht denkt, dass ich ein Vollidiot bin, der nicht surfen kann.“

Also wollen wir uns hinsetzen und diesen genialen Plan ausarbeiten. Wir holen Notizbuch, Anleitungen und Stifte raus. Fangen an zu zeichnen und zu malen. Denken daran, was noch nicht gut ist, was noch zu verändern wäre. Weil dieser Schritt doch zu dem führen könnte. Du könntest dich noch bei diesem Kumpel erkundigen. Aber ein anderer könnte dir bestimmt noch bessere Tipps geben. Bestimmt brauchst du auch ein neues Surfbrett, für das wir uns aber erst Geld leihen müssten. Was wiederum dazu führen könnte, dass… Stopp!

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Merkst du es? Dein Gehirn verarscht dich gerade…

So viel geht in deinem Kopf ab, aber hilft es dir wirklich in der Situation? Zurück zum Gespräch. Obwohl du da einfach nur bei einem guten Essen sitzt und ihr euch nett unterhaltet, zerbrichst du dir den Kopf. Wenn ich jetzt dies sage, dann wird er oder sie bestimmt das denken. Vermutlich würde dein Gegenüber danach so reagieren und dieses oder jenes könnte passieren… Doch auch das kannst du sowieso nie komplett berechnen!

Der Schlüssel zum erfolgreichen Surfen und Gespräch ist: Ins kalte Wasser zu springen! Danach runterzufallen, wieder ins kalte Wasser zu springen, zurück aufs Brett, diesmal etwas länger durchzuhalten, wieder ins kalte Wasser zu fallen usw. Irgendwann wirst du minutenlang surfen und eines Tages sogar die größten Wellen mitnehmen. Auch im Gespräch kannst du fast immer wieder neu loslegen. Selbst eine Situation, die sich gerade schlimm anfühlt, muss nicht das Ende bedeuten. Dabei helfen natürlich – wie auf dem Surfbrett – bestimmte Techniken.

Techniken um ein Gespräch am Laufen zu halten und Stille zu vermeiden

So eine Technik, um ein Gespräch am Laufen zu halten, kann ganz einfach sein. Zum Beispiel suchst du etwas im Raum, sagen wir eine ungewöhnliche Lampe, und sagst, dass sie dich an deine Kindheit erinnert. Dass du so eine ähnliche Lampe hattest, als du zwölf Jahre alt warst. Und schon geht eine Story los – und du weckst vielleicht schon Interesse: „Genau so eine Lampe? Wie war das denn damals?“ Usw. Der Gesprächsstoff ist da. Irgendetwas Spannendes wird damals bestimmt passiert sein. Leg einfach los. Damit wäre auch schon die erste Technik beschrieben:

1. Das erinnert mich an… Verbindung zu einer interessanten Geschichte schaffen

Der zweite wichtige Tipp besteht in der Art, wie du Fragen stellst. Denn Fragen sind ein ganz wichtiges Instrument, um dein Gegenüber einzubinden. Damit kannst du ihr oder ihm das Gefühl geben, dass du dich interessierst, dass du mehr erfahren willst. Was immer super für ein gutes Gespräch ist. Aber Vorsicht: Es gibt eine Frageform, die zum absoluten Gesprächskiller werden kann. Das sind geschlossene Fragen, wie zum Beispiel: „Geht es dir gut?“ oder „Schmeckt dir das Essen?“ Darauf kann man (zu) leicht mit Ja oder Nein antworten. Und schon ist das Gespräch wieder vorbei. Das war anders geplant, oder? Deshalb stelle lieber Fragen oder Rückfragen, die man ausführlicher beantworten kann bzw. muss: „Was genau gefällt dir? An was erinnert dich das? Wie war das, als du…“ usw. Zack, schon läuft das Gespräch wieder oder noch besser:

2. Offene Fragen stellen… das Gegenüber zum längeren Gespräch einladen

Ein letzter Tipp ist, dass du gut Annahmen für Fragen oder neue Gesprächsthemen nutzen kannst. Wenn beispielsweise jemand eine Hornbrille trägt, kannst du zu ihm oder ihr sagen, dass sie wie jemand aussieht, der jeden Tag vor Schülern steht und anderen etwas beibringt. Dann kann der Hornbrillenträger sagen: „Wie kommst du denn darauf?“ – Und du antwortest: „Ich hatte mal einen Lehrer, der…“ Usw. Schon wieder läuft das Gespräch.

3. Annahmen nutzen – locker mehr über deinen Gesprächspartner erfahren

Ob der Typ oder die Dame mit der Hornbrille jetzt wirklich Lehrerin oder doch Ingenieurin oder Friseurin ist, spielt bei der ersten Annahme übrigens keine Rolle. Denn du hast ja nur eine Vermutung aufgestellt, die viele andere vielleicht auch haben. Was sie oder er macht, erfährst du so oder noch und bist dann schon mitten im Gespräch. Dann kannst du fragen, was sie genau machen, was ihnen daran Spaß macht – die Story, der Gesprächsstoff ist wieder da.

Stille kann auch schön sein – Schweigen genießen und nutzen

Mit diesen drei Techniken sollte es leichter werden, ein gutes Gespräch am Laufen zu halten. Denk aber immer daran, dass Stille an sich nicht schlimm ist. Generell ist es auch völlig in Ordnung, mal kurz zur Ruhe zu kommen und die Stille sogar zu genießen. Durch unser schnelles Leben kommen wir mit dieser Ruhe nicht mehr klar. Aber eigentlich ist sie gut für uns. Und zwar um Gesagtes kurz zu verarbeiten oder sich von der Atmosphäre inspirieren zu lassen.  

Und wenn mir mal wirklich, wirklich gar nichts einfällt?

Dann kannst du das genauso sagen! Ein „Jetzt bin ich echt mal sprachlos“ oder „Du hast mir gerade die Sprache verschlagen“ wirkt manchmal sehr sympathisch. Denn selbst die besten Surfer fallen noch vom Brett – und kriegen damit super viele Klicks im Netz. Und wenn sie beim Fallen noch lässig aussehen oder nachher einen guten Spruch parat haben? Dann wirkt das manchmal anziehender als der tollste Sprung. Also: Rauf aufs Brett und rein ins Gespräch! Die perfekte Wellenlänge wartet nur auf dich…

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2 Antworten

  1. Mir hilft es auch immer sehr wenn ich Fragen stelle. Dann merkt die Person mit der ich rede zum beispiel auc nicht ob ich etwas aufgeregt bin. Außerdem fühlen sich alle gut, wenn sie in einem Gespräch selbst gefragt werden und viel erzählen können. Oder?

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